Sammelsurium

Der Reiz, den es ausmacht, im Cateringbereich zu arbeiten, liegt großteils darin begründet, dass man von einem Veranstaltungsort zum nächsten, von einer Stadt zur anderen- heute im Bullring von Madrid, dann per Nightliner ins deutsche Sauerland – "weitergewürfelt" wird. Man kommt oft an ungewöhnliche Orte, die man als Tourist nie aufsuchen würde; arbeitet mit den örtlichen Veranstaltern und den örtlichen Hilfen zusammen. Du gewinnst Einblick in das Leben anderer (Bundes)länder, deren Sorgen und Nöte im Arbeitsalltag, abseits der genormten Stadtrundfahrten; man ist gezwungen, sich zu verständigen in anderer Sprache. Bestenfalls kann man an Off Days Städte besichtigen. Man sieht Stadien, Arenen, Hallen und im Laufe der Jahre auch Veränderungen. Als Caterer bist du ständig gefordert, flexible Entscheidungen zu treffen. Es gibt nur halbe Ziegen in Sarajewo. Was tun? Die Band macht eine Blutgruppendiät. Was ist das? Kein Tourtag gleicht dem anderen, und ist doch derselbe Ablauf: Küche raus aus dem Truck, Crew raus aus dem Nightliner, Essen kochen, Garderoben bestücken, Einkaufen, Nightliner bestücken, Küche abbauen, rein in den Truck, Klappe zu. Gute Nacht. Nicht selten ist ein Arbeitstag 16 Stunden lang. Man lernt sich sehr gut kennen: arbeitet projektbezogen, oft mit internationalen Kollegen zusammen, die ihrerseits interessanten Tätigkeiten nachkommen. Man kann bei der Nähe niemandem ein X für ein U vormachen, Kompetenz ist gefragt.

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